Stillförderung Schweiz

Fachtagung Lausanne   12. September 2017

Tagungssprache französisch

Unterstützung des Stillens in der Frauenklinik: eine neue Herausforderung

 

 
In der Schweiz beginnen 95 Prozent der Mütter in Frauenkliniken mit dem Stillen; nach vier Monaten stillen jedoch nur noch 62 Prozent ihr Kind ausschliesslich (Daten: BAG 2014). Es ist deshalb besonders wichtig, die Frauen dabei zu unterstützen, das Stillen möglichst lange weiterzuführen und dies auch unter schwierigen Umständen, beispielsweise wenn sie aufgrund einer Hospitalisierung vom Kind getrennt sind. Dieses Ziel verfolgen die an der Abteilung Frau/Mutter/Kind des CHUV verfolgten Strategien.

PDF Programm




(Anerkannte Fortbildungspunkte: IBCLC: 2,25 CERPs L (317048K); SHV: 2.5 Logpunkte; SGGG: 2 Punkte Kernfortbildung; weitere angefragt)

 
 















 

 
Begrüssungsworte
Etiennette J. Verrey, Mitglied Stiftungsrat Stillförderung Schweiz
 
Die Referate:


 
Partnerschaft für das Stillen in der Frauenklinik: Entwickeln eines Programms, das darauf abzielt, den von den Müttern im Zusammenhang mit dem Stillen empfundenen Stress zu reduzieren
Valérie Avignon, Hebamme, MSc in Midwifery, Projektleiterin

Stillen gehört zu den fünf wichtigsten Stressfaktoren für Mütter unmittelbar nach der Geburt. Im Zusammenhang mit psychoedukativen Gesprächen wurde im Jahr 2015 ein Programm zum Umgang mit den von den Müttern erlebten Belastungen ins Leben gerufen. Dieses zeigte jedoch keine Auswirkungen auf den mit dem Stillen verbundenen Stress. Häufig berichten Mütter, dass sie durch unterschiedliche Formen der Betreuung sowie widersprüchliche Informationen verunsichert seien. Allerdings ist es für das Pflegepersonal nicht einfach, die richtigen Entscheidungen in Bezug auf die Unterstützung des Stillens zu treffen, da zahlreiche Aspekte zu berücksichtigen sind.
 
  Wichtigstes Ziel der Partnerschaft für das Stillen in der Frauenklinik ist deshalb das Entwickeln einer einheitlichen Praxis, die auf neusten wissenschaftlichen Erkenntnissen beruht, aber auch die Anschauungen, den Glauben und die aktuellen Bedürfnisse jeder einzelnen Mutter berücksichtigt.

Handout


Umsetzung von Good-Practice-Empfehlungen gemäss JBI-Methode: Behandlung von schmerzenden Brustwarzen bei stillenden Müttern auf der Wochenbettstation
Anick Michon, Pflegefachfrau, Stillberaterin IBCLC
Valérie Avignon, Hebamme, MSc in Midwifery, Projektleiterin


Muttermilch ist die optimale Ernährung für das Kind und hilft unter anderem, Mittelohrentzündungen, Erkrankungen der Atemwege oder des Magen-Darm-Bereichs, Asthma oder – in geringerem Mass – Neurodermitis vorzubeugen. Zudem kann sich Stillen positiv auf den Stoffwechsel sowie das Übergewichtsrisiko auswirken, und dies bis ins Jugendalter. Aus diesen Gründen empfehlen die WHO und Vereinigungen der Kinderärzte, Kinder in den ersten sechs Lebensmonaten zu stillen. Allerdings können bei den jungen Müttern Probleme auftreten, die das Stillen erschweren, insbesondere schmerzende Brustwarzen; verschiedene Studien beziffern deren Inzidenz auf 11 bis 96 Prozent. Diese Schmerzen mit den besten zur Verfügung stehenden Mitteln zu behandeln ist besonders wichtig, weil sie die Stillrate und die Dauer des ausschliesslichen Stillens beeinflussen. Anhand einer Literaturrecherche konnten die als besonders wirksam eingestuften und empfohlenen Methoden zur Behandlung von schmerzenden Brustwarzen bei stillenden Müttern ermittelt und umgesetzt werden. Die Analyse und die Resultate dieser Behandlungsmethoden werden vorgestellt und mit Praxisbeispielen illustriert.

Handout

 

 
Gründung einer Gruppe zur Unterstützung des Stillens auf der Neonatologie
Dr. Céline Fischer Fumeaux
Carole Richard, Pflegefachfrau
Nassima Grari, Stillberaterin IBCLC


Mehr als 800 Neugeborene werden jedes Jahr aufgrund einer Frühgeburt oder anderer gesundheitlicher Probleme auf der Neonatologie hospitalisiert. Die aus Krankheit und Trennung resultierende Belastung stellt für die Familie eine besondere Herausforderung dar und wirkt sich auch auf das Stillen aus. Im Verlauf des Spitalaufenthalts, der Wochen oder gar Monate dauern kann, sind Mutter und Kind mit zahlreichen Schwierigkeiten konfrontiert, die sowohl die Einleitung als auch die Fortsetzung des Stillens beeinträchtigen; dazu gehören Einschränkungen verschiedener Art, Müdigkeit und Verunsicherung.
 
Die Gründung einer Gruppe zur Unterstützung des Stillens auf der Neonatologie hat zum Ziel, jenen Müttern zu helfen, deren Kinder noch mehr als alle andern auf die Muttermilch angewiesen sind.

 

 


 

 
Abschluss
Pascale Gerdy, ICS unités Post-partum

Apéro und Gespräche

 
Wir danken Medela für die Unterstützung.


 
 


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